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Stand: 11/2011

News


 
Christine Erdmann (in Gelb) und Michael Tiemann joggen vorneweg, die Laufgruppe der Therapeutischen Einrichtung folgt ihnen. Foto: t&w

Laufen bringt neue Lebenslust

Patienten der Therapeutischen Einrichtung joggen regelmäßig durch den Tiergarten

st Lüneburg. Wegrennen können sie nicht vor ihrer Sucht. Aber Laufen hilft. Seit sechs Wochen joggen die Bewohner der "Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch" zweimal pro Woche durch den Tiergarten. Die Stunde im Wald hilft dem von mehreren Drogen abhängigen Patienten, wieder ein Gefühl für ihren Körper zu entwickeln.
Heute sind 18 Läufer angetreten. Christine Erdmann läuft vorneweg. Die Diplom-Lauftherapeutin verordnet für den Anfang ein leichtes Programm: Gehen und Laufen in drei Intervallen von je sieben Minuten, an der Teufelsbrücke dann Gymnastik. Es geht nicht um Höchstleistung: "Die Läufer können sich selber spüren und richtig auspowern", beschreibt die 46-jährige den Nutzen der Sportstunde.
In der Therapieeinrichtung, die sich um mehr als 40 drogenabhängige Eltern und deren Kinder bis zu 16 Jahren kümmert, ist das Lauffieber ausgebrochen. Angefangen hat es mit dem Lüneburger Firmenlauf. Die stellvertretende Einrichtungsleiterin Heidrun Girrulat gewann dabei ein Lauftraining, landete so im Laufladen von Michael Tiemann am Schrangenplatz. Und der spendet den Patienten Laufschuhe: "Das sind Testschuhe, aber neuwertig. Zuerst waren es zehn Paar, mittlerweile 25."
Der ein oder andere Läufer hat vielleicht am Anfang nur auf die neuen Schuhe geschielt. Doch mittlerweile sind alle mit Feuereifer dabei, berichtet Girrulat. Manche Patienten seien durch ihre Drogensucht auf bis zu 45 Kilo heruntergemagert, nehmen dann in der Therapie übermäßig zu. "Da tut ihnen das Laufen gut", hat Girrulat beobachtet. "Das Training ist ganz eindeutig im Alltag zu spüren. Die Patienten entwickeln ein Zusammengehörigkeitsgefühl, neue Lebenslust und eine enorme Motivation."